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Ein Rückblick auf 4 Monate Resilienztraining in der Sucht-Selbsthilfe Hagenburg

Natur, Struktur und neue Wege:

Letzten Samstag ging ein ganz besonderes Projekt zu Ende: Nach vier intensiven Monaten haben wir das Resilienztraining in der Selbsthilfegruppe Sucht Hagenburg (Diakonie Schaumburg Lippe) abgeschlossen. Ich bin tief beeindruckt – von den Menschen, den ganz verschiedenen Perspektiven der einzelnen Teilnehmenden und der spürbaren Dynamik.

Jeder Mensch bringt seine eigene Geschwindigkeit und seine eigene Geschichte mit. Da gab es die stillen Spätzünder, die anfangs eher beobachteten und dann plötzlich mit tiefen Erkenntnissen überraschten. Es gab die Reflektierten, die jede Übung genau analysierten, die Besonnenen, die Ruhe in die Runde brachten, und die Dynamischen, die mit viel Energie vorangingen. Diese Mischung war ein absoluter Gewinn.

Schritt für Schritt in die Praxis

Unser Weg war modular aufgebaut. Schritt für Schritt ging es in die Umsetzung der einzelnen Module – wir haben uns Resilienz nicht nur theoretisch erarbeitet, sondern direkt ins Erleben gebracht. Und das unter ganz besonderen Bedingungen: Bis auf einen einzigen Tag, an dem uns extremes Wetter nach drinnen gezwungen hat, fand das gesamte Seminar komplett draußen statt.

Das Feedback der Teilnehmenden dazu war eindeutig. Die Natur war hier kein nettes Beiwerk, sondern der zentrale Raum für Erkenntnisse. Es ging darum zu verstehen, wie man in der Natur und MIT der Natur konkrete Lösungen für den eigenen Weg erarbeiten kann.

Viele haben zurückgemeldet, dass sie ein völlig neues Verständnis davon gewonnen haben, wie man dort draußen Ruhe findet – eine Ruhe, die weit über das hinausgeht, was ein normaler Spaziergang bieten kann. Es war ein tiefes Einlassen auf die Umgebung, der als Anker für die innere Balance diente.

Der „Stop“-Effekt im Alltag

Das Schönste an einer solchen Reise ist, wenn die Theorie spürbar in den Alltag übergeht. Genau das kam bei den Rückmeldungen immer wieder durch. Wenn plötzlich mitten im Alltag, in einer stressigen oder kritischen Situation, dieser eine Moment der Klarheit auftaucht:

„Stop! Da wollte ich doch jetzt eigentlich ganz anders drauf reagieren.“

Dieses kurze Innehalten, das Durchbrechen alter Automatismen und das bewusste Wählen eines neuen, gesunden Weges – das ist die eigentliche Umsetzung von Resilienz. Zu sehen, dass diese Werkzeuge jetzt im Alltag der Teilnehmenden greifen, ist der schönste Abschluss für diese vier Monate.

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